Fachkräftevision Südniedersachsen 2030 / 2. Südniedersachsenkonferenz

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Südniedersachsen. Wie soll sich die Fachkräftesituation in Südniedersachsen künftig darstellen – und was ist dafür zu tun? Mit dieser Frage beschäftigten sich die über 110 Teilnehmer im dritten Teil der 2. Südniedersachsenkonferenz am Donnerstag, 14. Januar 2021. ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutierten über die derzeitige Fach-kräftesituation in der Region, zogen eine erste Zwischenbilanz zur Strategieentwicklung für ein Fachkräftemarketing und sprachen zum Thema „Fachkräftevision Südniedersachsen 2030“.

Den Auftakt machte Dr. Martin Rudolph, Leiter der Geschäftsstelle Göttingen der IHK Han-nover und Vorstandsvorsitzender der SüdniedersachsenStiftung, mit einem Vortrag zur Fach-kräftesituation in Industrie und Handel. Er stellte fest: Um dem strukturellen Wandel in der Arbeitswelt besser begegnen zu können, bräuchte es ein anpassungsfähiges Ausbildungssys-tem und passende Weiterbildungsangebote. Diese müssten künftig besser aufeinander abge-stimmt werden. „Die Attraktivität einer Region ist für Fachkräfte zuallererst die Summe der Attraktivität aller regionalen Arbeitsmöglichkeiten“, so Rudolph. In dieser Hinsicht sei die Qualität des Arbeitgebermarketings der Unternehmen und Institutionen ein entscheidender Baustein für das Standort- und Fachkräftemarketing.
Die Fachkräftesituation aus Sicht des Handwerks schilderte Kreishandwerksmeister Christian Frölich. Er ging darauf ein, dass viele regionale Handwerksbetriebe in Zeiten von Corona die notwendige Fachkräftegewinnung nur schleppend voranbringen konnten. Seiner Meinung nach müsste zudem die Lücke der nicht besetzen Ausbildungsplätze künftig besser geschlos-sen werden. Aktuell fehle es vielfach an qualifizierten Auszubildenden, Gesellen und Meis-tern. Laut Frölich sei die regionale Fachkräftesituation im Handwerk angespannter denn je, da der Verlust von Wachstumspotenzialen bereits zu spüren sei. Um das Handwerk insbeson-dere für junge Leute attraktiver zu machen, sollte vermehrt auf eine bessere Kommunikation und zielgerichtete Marketingmaßnahmen gesetzt werden.
Diesen Aspekt griff Rico Krieger, Projektleiter bei der SüdniedersachsenStiftung, auf: „Südniedersachsen ist eine attraktive Region, aber kommuniziert dies nicht ausreichend.“ Er er-gänzt: „Wir wollen bis 2030 Familien-, Ausbildungs- und Zuwanderungsregion sein.“ Dazu braucht es eine gemeinsame regionale Identität und klare Kommunikation der Standortat-traktivität Südniedersachsens gegenüber Zielgruppen. Die Ziele sollen unter anderem durch eine stärkere Fokussierung auf das Binnenmarketing erreicht werden. Zudem müssten die relevanten Zielgruppen identifiziert und ein gemeinsamer Markenbildungsprozess für Süd-niedersachsen vorangetrieben werden. Wie es gehen kann, zeigt das Beispiel der Süderelbe AG mit der Metropolregion Hamburg. Projektmanager Dr. Jöran Wrana erläuterte anhand von vier Bausteinen wie ein überregionales Fachkräftemarketing gelingen kann. Danach sollten Betriebe als attraktive Arbeitgeber aufgestellt, ein Fachkräfte-Matching gefördert und die Region sowohl analog als auch digital vermarktet werden. Laut Wrana braucht eine nachhaltige regionale Marketing-Kampagne nicht nur einen langen Atem, sondern auch eine ausreichende Finanzierung. Langfristig schaffen diese Maßnahmen jedoch einen greifbaren Mehrwert für Unternehmen, Region und Gesellschaft.
Im abschließenden Vision Talk diskutierte Wolfgang König (Wolfgang König Managerbera-ter) mit Marc Diederich (Wirtschaftsförderung Region Göttingen), Astrid Klinkert-Kittel (Landkreis Northeim), Dr. Benjamin W. Schulze (SüdniedersachsenStiftung) und Dr. Jöran Wrana zum Thema „Fachkräftevision in Südniedersachsen 2030“. Alle waren sich einig, dass ein erfolgreiches Fachkräftemarketing die Teilnahme aller regionaler Akteure am Prozess voraussetzt. „Im Fokus unseres Projektes ‚Regionales Fachkräftemarketing für Südnieder-sachsen‘ steht die Partizipation der regionalen Akteure“, betonte Schulze. Südniedersachsen soll aus sich heraus auf den Weg gebracht werden, indem Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen gemeinsam vorangehen. Nach dem Motto „think big, act regional“ soll ab Mitte 2022 die Umsetzung eines regionalen Fachkräftemarketings für Südniedersachsen gelingen.
 

 

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