Auf dem Weg zur 5G-Pionierregion / „NortNet“ will Wegbereiter für digitale Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft sein

Erstellt von Frank Bertram | |  DigitalisierungStandortmarketingIndustrie 4.0AgrarStandortentwicklung

Einbeck, 18. August 2020. Morgens um 5 Uhr irgendwo im Landkreis Northeim: Vier Drohnen starten automatisch von ihrer Ladestation, sammeln auf vorher festgelegten unterschiedlichen Flugwegen während ihres 20-minütigen Einsatzes mehrere Gigabyte an Bilddaten von den Ackerflächen. Dank eines stabilen 5G-Mobilfunknetzes sind die Drohnen problemlos wieder zurück an ihrer Basis und laden während des Fluges selbstständig ihre Daten in ein Rechenzentrum hoch.

Wenn der Landwirt um 6.30 Uhr frühstückt, kann er bereits abrufen, wo es zurzeit lokalen Pflanzenstress gibt. Dieses Szenario ist zwar bislang noch Zukunftsmusik. Die Möglichkeit zu realisieren, ist Teil des 5G-Konzepts mit dem Namen „NortNet“, welches sich mit „Smart Farming“ beschäftigt. Nach einer ersten Konzeptförderung aus dem 5G-Innovationswettbewerb soll der Landkreis nun in einem zweiten Schritt zur 5G-Pionierregion werden.  
„5G NortNet - Der Wegbereiter für digitale, dezentrale Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft“ lautet der Titel des Papiers, das bis Ende August 2020 im Bundesministerium für digitale Infrastruktur vorliegen soll, damit es durch das 5G-Innovationsprogramm des Bundes finanziell unterstützt werden kann. Das Konsortium, das sich um die Umsetzungsförderung bewirbt, besteht aus der KWS SAAT SE & Co. KGaA, der Agrar-Betriebsgemeinschaft Leine-Solling GbR, der Abteilung Agrartechnik der Georg-August-Universität Göttingen (Prof. Dr. Frank Beneke), der Agvolution GmbH (Geschäftsführer Andreas Heckmann), dem Landkreis Northeim, der SüdniedersachsenStiftung sowie der Vodafone GmbH. Weitere Kooperationspartner, die nicht Teil des Konsortiums sind, sollen eingebunden werden.
Vereinfacht gesagt geht es darum, wie die schnellen Übertragungsraten der 5G-Mobilfunktechnik in der Landwirtschaft nutzbringend eingesetzt werden können. Möglich ist der geschilderte Einsatz von Drohnen, bei dem automatisch durch an der Drohne befindlichen Sensoren verschiedene Parameter des Feldes, wie zum Beispiel ein möglicher Schädlingsbefall, erfasst werden. Damit steht dem Landwirt eine datenbasierte Entscheidungshilfe zur Verfügung. Er weiß dann, in welche Zonen seines Ackers er beispielsweise seinen vollautonomen Pflanzenschutz-Rover schicken sollte, um Pflanzenschutzmittel innerhalb der mit Geotags eingegrenzten Infektionszonen aufzubringen. Technisch ist in diesem Bereich bereits manches möglich. Die fehlende digitale Infrastruktur und eine schlechte Netzabdeckung verhindern Innovationen im Pflanzenbau und die Weiterentwicklung einer ressourceneffizienten Landwirtschaft zurzeit jedoch noch. Mit einem 5G-Netz und seiner großen Bandbreite sowie geringer Latenz können Echtzeit-Lösungen ohne Verzögerung Realität werden. Bei diesen vernetzen sich verschiedene Endgeräte, um Daten aufzunehmen, zusammenzuführen, zu verarbeiten und zu analysieren, damit dadurch in kürzester Zeit Handlungsempfehlungen für den Landwirt abgegeben werden können.
Ziel des Konsortiums ist es, für die Anwendungen einen bestimmten Teil des öffentlichen 5G-Netzes zu nutzen. Spezielle Frequenz-Bereiche können für bestimmte Zwecke auf Versuchsfeldern herausgeschnitten werden, ohne dass dieses „Network Slicing“ im öffentlichen 5G-Netz überhaupt bemerkbar wird. Für ein 5G-Netz müssen auch nicht überall neue Mobilfunkmasten aufgebaut werden, sondern vorhandene 4G-Struktur kann aufgerüstet werden.
Entstanden ist die Idee, 5G-Vorreiter zu werden, vor zwei Jahren bei einem Netzwerktreffen der Vorstandschefs der großen Unternehmen in Südniedersachsen. Schnell wurde klar, dass die Firmen aus unterschiedlichen Branchen ähnliche Herausforderungen und Fragestellungen zu meistern haben. KWS entschied damals, beim Thema 5G voran zu gehen.
Was folgte, war ein reger Austausch der verschiedenen Firmen und Institutionen untereinander, von Wirtschaftsförderern ebenso wie von Breitbandbeauftragten und IT-Fachleuten. Daraus entwickelten sich zwei Teams, durch deren intensive Arbeit und Vernetzung letztlich ein Antrag auf Konzeptförderung innerhalb der kurzen Frist in 2019 erst möglich wurde. Als wichtige Schnittstelle agierte dabei die SüdniedersachsenStiftung. Neben dem „Smart Farming“ reichte auch der Landkreis Göttingen ein 5G-Projektkonzept ein, wie durch 5G eine innovative Patientenversorgung in Zukunft realisiert werden kann.

Bildunterschrift:
Drohne im Einsatz in der Landwirtschaft. Foto: KWS SAAT SE & Co. KGaA

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