SNIC unterstützt Innovationstransfer – Weltneuheit der Opitz Packaging Systems GmbH

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Wie funktioniert regionale Innovation in der Praxis? Die Opitz Packaging Systems GmbH zeigt wie es gehen kann: Gemeinsam mit der TU Clausthal und der Universität Göttingen hat der Familienbetrieb aus dem Landkreis Northeim eine vollautomatisierte Maschine zur wirtschaftlichen und ressourcensparenden Optimierung von Versandverpackungen entwickelt.

Im April wird das erste Exemplar ausgeliefert. Initiiert wurde die Kooperation bereits 2018 durch die Technologieberatung und das Innovationsscouting des SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC). Einen Teil der Kosten hat das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Zentralen Innovationsförderung Mittelstand (ZIM) gefördert.
Die Firma Opitz Packaging Systems GmbH ist eine Herstellerin von Automatisierungslösungen für den Paketversand, die vollautomatische Maschinen zum Aufrichten und Verschließen von Versandkartons und Paketen produziert. Das Problem: In der Regel füllen Verpackungsunternehmen zur Sicherung der Ware wahllos Papier- oder Luftfolienpolster in die Versandpakete. Das geht mit hohem Ressourcenverbrauch und hoher Umweltbelastung einher. Daher sollte ein Modul in die Maschine integriert werden, das es dem Roboter ermöglicht, die passende Menge Füllmaterial vollautomatisch zu bestimmen und in die Versandkartons einzulegen. Zu diesem Zweck musste zunächst der Leerraum erkannt und anschließend die optimale Größe und Position des Füllmaterials berechnet werden. Dafür brauchte es ein 3D-Bild des Verpackungsinhalts.
An dieser Stelle kamen die Hochschulen ins Spiel. Die Abteilung Waldinventur und Fernerkundung der Universität Göttingen setzt bereits seit längerem eine innovative Scan-Technologie zur Lufterkundung von Wäldern ein, die nun in abgewandelter Form auch bei der 3D-Vermessung von Versandkartons zum Einsatz kommt. Den passenden Algorithmus zur optimalen Befüllung der Kartons lieferten Prof. Dr. Stephan Westphal und Martin Dahmen vom Institut für Mathematik der TU Clausthal. Zu den größten Herausforderungen, denen die Projektpartner dabei gegenüberstanden, zählt die Geschwindigkeit, mit der Versandkartons befüllt werden.
„Die hervorragende Zusammenarbeit mit dem SNIC, der TU Clausthal sowie der Universität Göttingen war für uns entscheidend, um die Innovation auf den Weg zu bringen“, so Senior Geschäftsführer Günther Opitz. Als kleiner regionaler Familienbetrieb hatte das Unternehmen laut Opitz keinen Zugang zum Know-how der hiesigen Universitäten. Den fehlenden Kontakt stellte SNIC-Technologieberater Dr. Peter Oswald her. Die Technologieberater bei der WiReGo sondieren im Auftrag der Wirtschaftsförderungen der Landkreise Göttingen (WRG) und Northeim sowie der Stadt Göttingen (GWG) gezielt aktuelle Herausforderungen in kleinen und mittleren Unternehmen und unterstützen diese bei der Umsetzung von Pro-jekten. Dabei arbeiten sie eng mit den SNIC-Innovationsscouts zusammen, die systematisch Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschaftlichem Anwendungspotenzial an den Hochschulen der Region erheben. In diesem Fall waren die Innovationsscouts an der Universität Göttingen und der TU Clausthal involviert.
„Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht die Nutzung wissenschaftlicher Kompetenzen für konkrete Bedarfe regionaler Unternehmen und stärkt so die regionale Innovationskraft“, verdeutlicht Florian Renneberg, Leiter der SNIC-Geschäftsstelle. Er bezeich-net die neue Maschine der Firma Opitz als „Paradebeispiel für gelungenen Innovations- und Wissenstransfer von den regionalen Hochschulen in ein mittelständisches Unternehmen“.
Auch Tim Opitz, Junior Geschäftsführer beim Maschinenhersteller, ist überzeugt: „Wir bringen ein hoch-innovatives Produkt auf den Markt mit dem wir langfristig Wettbewerbsvorteile generieren.“ Die Kooperation habe nicht nur Mehrwerte für das Unternehmen geschaffen, sondern auch für die Mitarbeiter:innen, Kund:innen und die gesamte Region. „Wir sparen Materialien ein, schonen knappe Ressourcen, sichern Arbeitsplätze und erhöhen die Standortattraktivität für Fachkräfte von außerhalb“, so Opitz.
Derzeit sind rund 45 Mitarbeiter:innen bei Opitz tätig. Das Familienunternehmen möchte in den kommenden Jahren die Anzahl seiner Mitarbeiter:innen auf 80 Beschäftigte erhöhen. Zudem sollen neue Absatzmärkte außerhalb Europas erschlossen werden. Die ersten Schritte auf dem Wachstumspfad sind bereits erfolgt: Noch in diesem Jahr wird eine neue Produktionshalle samt Verwaltungsgebäude in Northeim eröffnet.


Innovationspreis des Landkreises Göttingen
Mit der vollautomatisierten Maschine zur wirtschaftlichen und ressourcensparenden Optimierung von Versandverpackungen hat die Opitz Packaging Systems GmbH 2021 den Innovationspreis des Landkreises Göttingen in der Kategorie Unternehmen über 20 Mitarbeiter:innen gewonnen. Zudem hat die WRG das Unternehmen für den Großen Preis des Mittelstandes nominiert. Bewerbungen für den diesjährigen Innovationspreis des Landkreises Göttingen sind bis 31. Mai unter https://www.wrg-goettingen.de/inno/innovationspreis-2022/bewerbungsverfahren möglich.

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